Ein romantisches Duett zwischen zwei Stars
21. 8. 2025
Hallo, liebe Leser und Leserinnen!
Stellen Sie sich den Gallus-Saal vor, fast 1600 Menschen halten in völliger Stille den Atem an. Sie und er betreten die Bühne: Svetlana Zakharova, Primaballerina des Bolschoi-Theaters, und ihr Lebens- (und künstlerischer) Partner, der brillante Geiger Vadim Repin. Gemeinsam schaffen sie nicht nur eine klassische Aufführung, sondern eine Geschichte, die einen in den Bann zieht.
Das Programm des Abends war eine Mischung aus Ballett und Musik, die man sich nur schwer vorstellen kann, bis man sie erlebt. Von Monti, Tschaikowsky, Piazzolla und John Williams bis hin zu intimeren Momenten, in denen sich Tango, Meditation und Schwans Tod zu einem multidimensionalen Kunsterlebnis verwoben.
Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es wurden sogar zusätzliche Sitze über dem Orchestergraben aufgestellt, um deutlich zu machen, dass dies kein gewöhnliches Konzert oder eine gewöhnliche Aufführung war. Dies war ein Ereignis. Und ja, ein kultureller Höhepunkt, den man nicht ignorieren konnte.
Der Höhepunkt des Abends? Zweifellos der Tod von Swan. Eine Szene, die einem buchstäblich den Atem raubt. Zaharova war in diesem Moment keine Tänzerin mehr. Sie wurde zum Schwan. Eine sterbende Eleganz, eine Bewegung, die etwas Größeres, fast Ewiges berührte. Ihre Körperbeherrschung war so perfekt, dass ich noch heute darüber nachdenke: Wie ist es überhaupt möglich, dass ein Mensch so schweben kann? Begleitet wurde sie auf der Harfe von der einheimischen Meisterin Maria Gamboz Gradišnik, die zusammen mit Repin eine unvergessliche musikalische Untermalung für diesen Akt schuf. Die Kleider von Zahara waren eine Kunst für sich. Ich glaube, jedes Mädchen träumt davon, wenigstens einmal im Leben etwas so Magisches zu tragen.
Repin bewies einmal mehr, warum er einer der besten Geiger seiner Zeit ist. Jede der schwierigsten Passagen klang mühelos, als ob die Geige von selbst zu ihm sprechen würde. Für mich gehört er zweifellos zu jenen Idolen, die nicht nur durch ihre technische Perfektion, sondern auch durch ihre unbegrenzte Klangfarbenvielfalt beeindrucken.
Dieser Abend war etwas ganz Besonderes, denn es ging nicht nur um Zaharova und Repin. Gemeinsam mit ihnen schuf das Ensemble Dissonance, ein Kammerstreichorchester, ganz ohne Dirigent, einen weichen, zusammenhängenden Boden, der sich wie ein Atemzug mit den Solisten und dem Tanz verband. Besondere Erwähnung verdient auch Konzertmeister Benjamin Ziervogel, dessen kraftvoller und äußerst präsenter Klang gelegentlich die Führung übernahm und selbst die hintersten Winkel des Saals mühelos ausfüllte.
Bei Tango (A. Piazzolla) war Mak Grgić der Solist an der Gitarre, zusammen mit einem Kontrabassisten und einem Geiger, die gemeinsam eine besondere Energie erzeugten. Die Spannung in der Luft, die aufregende Atmosphäre, all das heizte das Duett von Zaharova und Artemi Belyakov weiter an, die buchstäblich zum Rhythmus des Live-Tangos sprangen.
Dieser Abend war nicht nur ein Konzert, nicht nur eine Ballettaufführung. Er war der Beweis, dass Musik und Bewegung zusammen etwas schaffen können, das uns noch lange nach dem letzten Applaus in Erinnerung bleibt. Svetlana Zakharova und Vadim Repin traten nicht nur auf, sie teilten ihre Seele und Leidenschaft mit uns. Und das ist das Beste, was Kunst einem geben kann.
Lassen Sie Ihr Herz von der Musik leiten, liebe Leser und Leserinnen!
Laura Bartelj
